St.Marx für Alle ist eine Initiative von Nutzer:innen & Freund:innen des Freiraums St.Marx, von Nachbar:innen und von Aktivist:innen. Sie wollen die Gärten, den Skatepark, die Bauhütte, den Basketballplatz, die Konzert-Location und die Freifläche als lebendigen und nutzungsoffenen Ort erhalten. Nach der „Zwischennutzung“ muss eine gute Nutzung kommen – und keine Mega Event Arena. St. Marx für Alle setzt sich ein: für das Recht auf Stadt, für selbstverwaltete lokale Kulturinitiativen, für Orte jenseits von Konsum und Einöde.


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Der Freiraum St.Marx ist eine betonierte freie Fläche in 1030 Wien. Am Rand haben Vereine/Gruppen in den letzen 10 Jahren Gärten, Basketballplatz, Skatepark, Konzertlocation, Bauhütte, ec. aufgebaut. (=> einzigartiger Freiraum in Wien).
aber: die Stadt und ihr Partner „CTS Eventim AG“ wollen den Freiraum schleifen und dafür eine Mega-Event-Arena hinsetzen.
KURZ INFO
In St. Marx (1030 Wien) gibt es eine Freifläche im Besitz der Stadt. Sie wird genutzt für Zirkus, Flohmarkt, Konzerte, Theater, Spiele, Freizeit – es gibt einen selbstgebauten Skatepark, Basketballplatz, Gärten, Kulturvereine und Jugendliche, Kinder, Erwachsene aus der Nachbarschaft und aus ganz Wien lieben diesen Ort.
Die Stadt Wien wollen statt dessen eine Multifunktionshalle, eine sog. „Must-Play Halle“ um über 500 Millionen Euro errichten.
Die Stadt zahlt 216 Millionen Euro. Und geht eine „Partnerschaft“ mit der berüchtigten CTS Eventim AG ein – Ticketing-Gigant und Veranstalter von Events im Sinne einer neuen globalen Konzert-Megalomanie. Eventim machte 2004 schlappe 2,8 Milliarden Euro Umsatz.

INFO (MEINUNG) HALB LANG
St.Marx ist ein stadtauswärts gelegene Teil vom Dritten Wiener Gemeindebezirk.
Neben der Autobahn und am Gelände der alten Schlachthöfe liegt ein großes offenes Areal.
Es gehört der Stadt Wien. Sie vergibt die Fläche an den Zirkus oder für Konzerte. Der Platz wird als Parkplatz, für Flohmärkte oder einfach als Freifläche genutzt.
Am Rand des Betonfelds haben Vereine/Gruppen in den zurückliegenden 10 Jahren Gärten angelegt, einen Skatepark und Basketballpaltz errichtet, Feste organisiert, die „Grube“ kultiviert, eine Bauhütte oder ein Kompostklo gebaut.
Das alles will die Stadt abreissen und zerstörren. Und dafür eine Mega-Event-Arena hinsetzen. Mindestens 500 Millionen Euro wird der Bau kosten, die Stadt Wien zahlt 216 Millionen. Als „Partner“ ist der Ticketing-Gigant „CTS Eventim AG“ zum Zuge gekommen.
Das wird keine neue Stadthalle für Wiener:innnen, sondern eine sog. „Must-Play-Arena“ für das globale Kapital – im Sinne der aktuellen Mega-Musik-Events, mit horrenden Ticket-Preisen und Besucher:innen, die aus der ganzen Welt anfliegen.
Eine solche Halle zerstört lokale Kultur, nicht nur die lokalen Initiativen und den autonomen Freiraum St.Marx. Ist die Halle ein Symbol für den Zustand der SPÖ in Wien? Eine Sozialdemokratie, die weitgehend den Kontakt zu Arbeiter:innen-Communities (Migranten/Migrantinnen, die nicht Wählen dürfen) verloren hat, kaum alternative (eigene) Ideen von Kulturarbeit und Kunst hat, aber gerne mit dem Kapital kuschelt. Oder ist die Halle einfach Ausdruck davon, dass die Wünsche einzelner Politiker (Peter Hanke und Michael Ludwig) und von Investoren höher stehen, als die breite Masse, die der Arena wenig bis nichts abgewinnen kann. Die Arena scheint nach der selben Logik, wie die neuen Hochhäuser, privaten Stadtteile oder Shopping-Malls zu laufen: Niemand braucht sie, sie zerstören Stadt, aber dennoch stehen sie fest auf Schiene – von unsichtbarer Hand, in grauer Vorzeit beschlossen. Unstoppable, obwohl von der Zivilgesellschaft heftig in Frage gestellt werden diese Projekte umgesetzt. Das ist Neu-Wien.
Teure Hochhäuser, Landmarks, saubere neue Stadtteile, Musicals oder Mega-Events sind die sichtbaren Auswüchse einer unternehmerischen Stadtlogik, die zunehmend auf Demokratie und Gleichheit verzichtet – ungleicher wird, aber das Gegenteil behauptet. Wo ist die Mitbestimmung? Wo sind die Freiräume in Wien? Warum fährt die Stadt einen radikalen Sparkurs im Sozialbereich, spart drastisch bei Kunst und Kultur und macht aber 216 Millionen Euro für die Halle der Eventim AG locker?
Das geht sich nicht aus!